AEK - Doktor in Wien

CHRONIK SERVICE 01_2018  doktor in wien 35 medizinischen Alltag bei AmberMed. Zudem ist nur eine Basisversorgung, oft nicht die volle Diagnostik, im Haus möglich. „Wir haben viele Kooperati- onspartner, wie Laboreinrichtungen oder Krankenhäuser, mit denen die Zusammenarbeit aber sehr gut funkti- oniert.“ Auch finanzielle Fragen gelte es zu lösen. „Wer die Kosten für ge- wisse Behandlungen übernimmt, ist nicht immer geklärt. Ich hatte einmal einen Fall, wo eine Schwangere in der 22. Schwangerschaftswoche mit Bla- sensprung zu uns gekommen ist und die Rettung anfangs zögerte, die Pati- entin ins Spital zu bringen, da muss man dann energisch werden. Bei einem anderen Fall, wo ein älterer Mann im Warteraum plötzlich einen Schlagan- fall bekommen hat, war die Rettung wieder irrsinnig kooperativ.“ Hilfe durch Netzwerke Neben der medizinischen Betreuung ist der zweite große Pfeiler in der Arbeit von AmberMed die Sozialberatung. „Hier bieten wir Hilfe bei Amtswegen an, helfen Schwangeren beispielsweise, einen kostengünstigen Platz, den man- che Spitäler in Wien anbieten, für die Geburt zu bekommen oder helfen beim Weg zu einer Krankenversicherung.“ Viele Patienten wenden sich an die Einrichtung mit konkreten sozialme- dizinischen Anliegen, beispielsweise offene Krankenhausrechnungen, feh- lende Untersuchungen beim Mutter- Kind-Pass, Bedarf an kostenintensiven Behandlungen bei chronischen Krank- heiten, Sehbehelfe, Verbandsmaterial et cetera. Da AmberMed über keine ei- genen finanziellen Ressourcen verfügt, versuchen die Mitarbeiter oft, durch Expertenwissen oder durch ein weitrei- chendes Netzwerk im Gesundheitsbe- reich zu helfen. Manchmal ist es aber auch das nicht möglich. „Krebsbehand- lungen beispielsweise sind besonders heikel. Operationen können wir durch Kooperationen mit Spitälern organisie- ren, aber eine Chemotherapie ist nicht möglich. Da versuchen wir manchmal, zu schauen, ob bei Migranten eine Be- handlung im Heimatland möglich ist. Aber es gibt viele Länder, wo es das Ge- sundheitssystem einfach nicht zulässt“, erzählt Matal, also falle auch diese Op- tion sehr oft aus. Es ist vor allem der soziale Gedanke, der viele Ärztinnen und Ärzte dazu bewegt, bei AmberMed mitzuhelfen. „Wir haben einfach ein nettes Team, und trotz der Schwierigkeiten und schrecklichen Dinge, die wir manch- mal zu hören bekommen, haben wir Spaß und Freude an der Arbeit.“ Auch deswegen ist die Gynäkologin schon so lange neben ihrer „normalen“ Tä- tigkeit in ihrer Ordination bei Am- berMed ehrenamtlich mit dabei. „Es gibt immer wieder tolle Erfolgserleb- nisse von Menschen beispielsweise, die es geschafft haben, eine Kranken- versicherung zu bekommen und sich hier in Österreich zu etablieren. Die kommen dann später oft mit anderen Patienten mit und fungieren als Dol- metscher.“ Auch erfahre man von den Patienten oft große Dankbarkeit, „und wenn man es zustande bringt, dass zum Beispiel eine Frau durch unsere Hilfe es schafft, beim dritten Versuch ein gesundes Kind zur Welt zu brin- gen, dann denke ich mir, genau dafür sind wir hier.“   In den nächsten Ausgaben wird doktor­ inwien weitere karitative Organisati- onen in Wien, wo Ärztinnen und Ärzte mitarbeiten, vorstellen. So können Sie helfen Sie wollen mitarbeiten? Gesucht werden Ärztinnen und Ärzte mit ius practicandi jeglicher Fachrichtung. Für Informationen wenden Sie sich bitte an Monika Matal, E-Mail: monika.matal@ambermed.at. Sie wollen spenden? AmberMed arbeitet mit knappen fi- nanziellen Mitteln und ist daher auf Sachspenden jeder Art angewiesen:  Medikamente  Heilmittel  Medizinische Geräte  „Gesunde“ Lebensmittel für MEDUNA  Produkte zur Säuglings- und Kinderpflege  Diverse Gutscheine für Patienten AmberMed nimmt gerne Medi- kamente, die originalverpackt und noch mindestens sechs Monate gültig sind. Nähere Informationen unter www.amber-med.at. Das Krankenhaus Hietzing mit Neurologischem Zentrum Rosenhügel hat seine Kapazitäten in Sachen Krebsbehandlung ausgebaut. Mit dem neu errichteten Strahlenzentrum und zwei neuen Bestrahlungsgerä- ten (Linearbeschleuniger) könnten nun pro Jahr 1700 Krebspatienten behandelt werden. Das bedeute eine Verdopplung der bisherigen Anzahl und damit eine kür- zere Wartezeit, hieß es am 5. Dezember 2017 bei einer Pressekonferenz in Wien. Das in einem Jahr neu errichtete Gebäude ergänzt die bereits in Hietzing bestehende Sonderabteilung für Strahlentherapie. Die Schwerpunkte liegen bei der Behandlung von Prostata-, Darm-, Lungen- und Brust- krebs sowie Tumoren im Hals-, Nasen- und Ohrenbe- reich. 60 Mitarbeiter sind im Zentrum tätig. Dank der neuen modernen Geräte könne die nötige Do- sis noch gezielter und schonender verabreicht werden. Dadurch werde auch weniger umliegendes gesundes Gewebe geschädigt, wurde erklärt. Die neue Linearbe- schleunigergeneration reagiert sogar auf Atmungsbe- wegungen. Bewegt sich dadurch der Tumor, wird die Bestrahlung laufend angepasst. 2019 soll dann ein noch größeres Strahlenzentrummit vier neuen Geräten im SMZ Ost/Donauspital in Betrieb gehen. Dort können dann 2400 Patienten behandelt wer- den. In den Einrichtungen des Wiener Krankenanstalten- verbunds stehen inklusive der Erweiterung in Hietzing nun insgesamt 13 Linearbeschleuniger zur Verfügung. Der Ausbau in Wien erfolgte nicht zuletzt aufgrund eines äußerst kritischen Berichts des Rechnungshofs. Dieser hatte einen Mangel an Geräten und damit verbundene lange Wartezeiten moniert, wodurch es bei Patienten unter anderem zu schlechteren Heilungs­ chancen kommen könne.   Der Samariterbund ist oft mit der Situation konfrontiert, dass Menschen am Ende ihres Lebens noch ein ganz bestimmtes Erlebnis herbeisehnen. Doch für viele von ihnen ist es fast unmöglich, solche Unternehmungen in die Tat umzusetzen, vor allem dann, wenn sie gesund- heitlich bedingt nur noch sehr eingeschränkt mobil sind. Für diese Menschen gibt es die Samariter-Wunschfahrt. Dabei kommt ein Spezialfahrzeug zum Einsatz, in dem auch eine private Begleitperson Platz hat. So ist es zum Beispiel möglich, einen letzten Ausflug zu machen – wie zum Beispiel den Geburtsort nochmals zu besuchen oder die Hochzeit des Enkelkindes mitzuerleben. Die Wunschfahrt ist kostenlos.   Hietzing: Kapazität bei Strahlentherapie verdoppelt Wunschfahrten für mobil eingeschränkte Personen Antragsformulare sowie weitere Informationen, auch über Spendenmöglichkeit: www.wunschfahrt.at .

RkJQdWJsaXNoZXIy NDA1MDQ=